So liest und verwendest du ein Schnittmuster

22. November 2021 4 min read

Papierschnittmuster können für Anfänger wirklich entmutigend sein. Einmal auseinandergefaltet, finden sich so viele mysteriöse Anweisungen und Symbole darauf, dass es fast wie eine andere Sprache wirkt. Und um es wieder zusammenzufalten und in die Packung zu bekommen, müsste man am besten einen Kurs belegen. Aber keine Angst, wir helfen dir.

Unser vollständiger Leitfaden zur Verwendung eines Schnittmusters erklärt alles und hilft dir dabei, wie ein Profi zu nähen und all diese mysteriösen Inhalte zu verstehen.

Größe bestimmen: Zunächst einmal musst du deine Maße nehmen und diese dann mit den Maßen des Kleidungsstücks auf der Rückseite der Packung vergleichen. Mach dir keine Sorgen, wenn diese nicht mit deiner Konfektionsgröße übereinstimmen. Schnittmustergrößen variieren immer ein bisschen. Das Tolle daran, mithilfe eines Schnittmusters deine eigene Kleidung zu schneidern ist, dass du sie anpassen kannst, sodass sie deinen einzigartigen Maßen entspricht. Wenn du erst einmal etwas Übung in der Verwendung von Schnittmustern hast, ist das ganz einfach.

Viele Leute fragen sich, wie man ein Schnittmuster mit mehreren Größen verwendet. Die Antwort lautet, dass die meisten Muster für mehrere Größen gedacht sind. Bei jedem guten Muster ist deutlich gekennzeichnet, welche der Linien auf dem Muster deiner Größe entspricht und auf die du dich somit konzentrieren musst.

Anleitung: Lies auf jeden Fall immer zuerst die Anweisungen in der Anleitung! Diese enthalten alle wichtigen Informationen, die du benötigst, um das Schnittmuster zu verstehen und erfolgreich zu nähen. Die Anleitung enthält Details wie die Breite der Nahtzugabe, das Vorgehen zum Zusammensetzen der Teile und Informationen zum Zuschnitt.

Nahtzugabe: Diese beträgt in der Regel ca. 1,5 cm vom Rand des Papiermusters bis zur Schnittlinie. Es handelt sich dabei um die Stoffzugabe, die nötig ist, damit du alles in der richtigen Größe zusammennähen kannst. Bei den meisten Papiermustern ist die Nahtzugabe nicht enthalten. Daher musst du sie selbst abmessen und markieren.

In Pfeilrichtung ausrichten: Die langen, geraden Pfeile auf einem Muster zeigen an, wie das Muster am Fadenlauf des Stoffs ausgerichtet werden muss. Die Pfeile sollten am Längsfaden (Kettfaden) des Gewebes ausgerichtet sein. Wenn du etwas nähst, das besonders weich fallen soll, beispielsweise einen Rock, muss der Pfeil schräg (im 45-Grad-Winkel) zum Fadenlauf ausgerichtet werden.

Schnitt- und Nahtlinien: Die Schnittlinie wird in der Regel als durchgehende schwarze Linie dargestellt (denk immer daran, zu prüfen, ob du eine Nahtzugabe hinzufügen musst). Es ist zwar nicht sehr üblich, aber manchmal wird die Nahtlinie auch als gepunktete Linie dargestellt.

Markierungen: Mit Markierungen wird sichergestellt, dass die einzelnen Teile richtig zusammengenäht werden. Du musst nur den kleinen Einschnitt genau dort machen, wo er auf jedem Teil eingezeichnet ist, und ihn dann an dem entsprechenden Einschnitt auf dem Gegenstück ausrichten.

Punkte: Diese kleinen Kreise zeigen dir, wo ein Abnäher beginnt. Die beiden Linien, die davon ausgehen, werden zusammengenäht, um den Abnäher zu bilden.

Zickzacklinie: Eine Zickzacklinie auf einem Muster zeigt dir, wo ein Reißverschluss eingenäht wird. Ganz einfach!

„X“ und „(": Nein, hier geht es nicht um Mathematik. Das „X“ ist das Symbol für einen Knopf und „(“ das Symbol für ein Knopfloch.

Schneiden und Heften: Jetzt kannst du die einzelnen Teile des Musters ausschneiden und wie empfohlen auf den Stoff heften. In der Regel gibt es einen Zuschneideplan, der dir die beste Anordnung der Teile zeigt, um den Stoff optimal zu nutzen. Denk immer daran, die Pfeile am Fadenlauf auszurichten! Falls du dich fragst, wie du Fixiergewichte anstelle von Stecknadeln verwendest: Das ist ganz einfach. Platziere sie einfach in der Nähe der Ecken und Ränder der Schnittmusterteile.

Stoffbruch: Schnittmuster haben oft Teile, die nur die Hälfte eines Teils für einen Rock oder ein Top darstellen. Diese Teile legst du an den Stoffbruch, also den „Falz“, des doppelt liegenden Stoffs an, sodass du nach dem Zuschneiden ein perfekt symmetrisches vollständiges Teil erhältst.

So verwendest du ein Papierschnittmuster

  1. Maß nehmen
  2. Passende Größe finden
  3. Musterteile ausschneiden
  4. Muster gemäß der Anleitung positionieren
  5. Nahtzugabe prüfen
  6. Anzeichnen und zuschneiden

So verwendest du ein digitales Schnittmuster

Herunterladbare PDF-Schnittmuster sind heute überall zu finden, aber die einzelnen Blätter richtig zusammenzusetzen kann einem wie ein Puzzle vorkommen. Die Verwendung eines PDF-Schnittmusters ist ganz einfach zu lernen. Nachdem du es heruntergeladen und ausgedruckt hast, funktioniert es genauso wie ein herkömmliches Papierschnittmuster. Schnapp dir also einen Klebestift, eine Papierschere und Tesafilm und folge unserer Anleitung.

  1. Lade dein Schnittmuster herunter.
  2. Wähle beim Drucken die Option „Tatsächliche Größe“ oder „Maßstab: 100 %“.
  3. Deaktiviere den beidseitigen Druck.
  4. Suche und drucke die Seite mit dem Kontrollquadrat und überprüfe, ob die Größe stimmt.
  5. Drucke das Schnittmuster.
  6. Schneide die Ränder ab.
  7. Ordne die Papierteile einander zu. Die meisten Muster haben kleine nummerierte Dreiecke (genau wie die Markierungen auf einem Papierschnittmuster), damit du die Teile richtig anordnen kannst.
  8. Klebe die Teile zusammen.
  9. Scheide die Musterteile aus und fahre wie bei einem Papierschnittmuster fort.

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